Kurt Wyss (Jg. 1959), Büro für Sozialforschung, Zürich (Schweiz)

Seit 1994 betreibe ich mein Büro für Sozialforschung als freischaffender Soziologe und seit Dezember 2010 diese Website, die mittlerweile das Zentrum meines Büros bildet: www.wyss-sozialforschung.ch.

In den beiden Unterrubriken zu dieser ersten Seite finden Sie die Angaben zu Vorträgen und Publikationen (siehe oben links unterhalb von "Büro für Sozialforschung" die beiden internen Links).

Die fünf Hauptrubriken dieser Website seien hier kurz vorgestellt (ohne die letzte für sich sprechende Rubrik Kontakt).

(bitte für die Beschreibungen nach unten scrollen)

Büro für Sozialforschung

Mit der Bezeichnung Büro für Sozialforschung lehne ich mich an das alte Frankfurter Institut für Sozialforschung an, versuche ein solches Institut en miniature zu betreiben, als Ein-Mann-Büro. Zwar habe ich in verschiedenen Forschungsprojekten immer wieder mit anderen Forscherinnen und Forschern zusammengearbeitet und tue dieses immer noch. Was aber dasjenige anbelangt, was ich als Kern meines Büros für Sozialforschung ansehe, die kritische Theorie, habe ich immer alles alleine gemacht. Es hat verschiedene Gründe. Die Zeiten für kritische Theorie sind überaus schlecht, und es ist heute praktisch unmöglich, mit einer von kritischer Theorie geleiteten Forschung Geld zu verdienen. Beim Schweizerischen Nationalfonds findet man für kritische Theorie überhaupt kein Verständnis und auch nicht bei den Bundesämtern oder bei anderen Forschung finanzierenden Institutionen. Alles also, was Sie auf diesen Seiten an Einsichten finden, die in Richtung kritische Theorie gehen, ist ohne jedes Entgelt von mir erarbeitet worden. Das gilt auch für mein in der Liste der Publikationen vermerktes Buch zu Workfare. Es ist bis heute eines meiner Grundprobleme zu entscheiden, ob ich mich an Auftragsforschung beteilige und ein wenig Geld verdiene, oder an der von mir für wesentlich erachteten kritischen Theorie gratis arbeite sowie – was heute ebenfalls zur Regel geworden ist - gratis vortrage (zur Liste der Vorträge siehe im Rubriktitel unten links). Kritische Theorie vermittelt Unabhängigkeit im Denken, Sicherheit beim Urteilen, Mündigkeit, Selbst-Bewusstsein sowie keine Angst vor so genannten Autoritäten. Es ist dieses meine Altersvorsorge.

Neben der Forschung habe ich mir ein zweites kleines fiannzielles Standbein aufgebaut. Ich bin an verschiedenen Schulen als Aussendozent mit kleinen Pensen tätig, momentan an der Fachhochschule Nordwestschweiz (Soziale Arbeit), an der Universität Freiburg (Fachbereich "Soziologie, Sozialpolitik, Sozialarbeit") und an der Fachhochschule St. Gallen (Soziale Arbeit). Interessanterweise ist das Vermitteln von kritischer Theorie beim Vortragen noch sehr viel besser möglich als beim Publizieren und Forschen. Kritische Theorie wird von vergleichsweise vielen Studierenden sehr geschätzt. Auch in meinem Studium an der Universität Zürich während der 1980er Jahren war es so, dass recht viele Studierende ein grosses Interesse an kritischer Theorie bekundeten (ein grösseres als ich selber, der damals mehr noch Weber oder Merton las), nach dem Studium dann aber zumeist sehr rasch – aus ökonomischen Gründen – davon abliessen. Dem dürfte auch heute noch so sein. Für die gesellschaftliche Gesamtentwicklung war es damals und ist es heute – weiss Gott – nicht von Vorteil.

Aufsätze (als pdf)

Die Aufsätze (blaue Rubrik) stellen die jüngste Rubrik meiner Webseite dar, begonnen am 8. September 2018. Sie ersetzen die alte Rubrik "Forschung/Publikationen", welche jetzt in die erste Rubrik "Büro für Sozialforschung" integriert ist. Mit den Aufsätzen verbindet sich der Versuch, gut ausgearbeitete Texte zu veröffentlichen. Die Aufsätze nehmen Themen auf, die in verschiedenen Kommentaren besprochen wurden und sodann in ein möglichst gut verarbeitetes Ganzes übersetzt sind. Da ich mir für einen Aufsatz so viel Zeit wie nötig nehmen möchte, kann ich sie nur in loser Folge veröffentlichen. Im Unterschied zu den Kommentaren handelt es sich bei den Aufsätzen um Publikationen im engeren Sinn und sind dementsprechend als pdf aufgeschaltet. Natürlich kann jederzeit auch aus den Kommentaren zitiert werden – sie sind via diese Website auch veröffentlicht –, doch als eigentliche Publikationen sehe ich – neben den Gedichten (auch als pdf vorhanden) und den unter "Büro für Sozialforschung" aufgelisteten Büchern und Artikeln (oft mit beigefügtem pdf) – die Aufsätze an. In den Aufsätzen werden grössere Zusammenhänge übersichtlich und in verbindlicher Weise dargestellt. In welche Richtung die Aufsätze inhaltlich gehen, wird sich mit der Zeit und nach mehreren Aufsätzen besser sagen lassen.

Kommentare zur Zeit

Die Kommentare zur Zeit (gelbe Rubrik) bilden gleichsam die Basis meiner Webseite. Diese entstand im Dezember 2010 vor allem deshalb, weil ich eine Art Plattform zur Selbstverständigung benötigte, einen Ort, wo ich völlig frei und doch einigermassen verbindlich meine Gedanken darlegen konnte. Hierfür stehen an erster Stelle meine Kommentare. Natürlich freut es mich, wenn Leserinnen und Leser an meinen Gedanken teilhaben und ich teile mich auch gerne mit. Doch ist es für mich gerade in den Kommentaren wichtig, unabhängig und frei schreiben, und durchaus auch Irrtümer begehen zu dürfen. Die Kommentare sind relativ schnell geschrieben und enthalten viele Irrtümer. Wenn man solche nicht riskiert, kommt man nicht zu neuen und vor allem veränderten Einsichten. Es verbindet sich damit auch die Bitte an die Lesenden, die vorgefundenen Gedanken nach Massgabe des Eigenen jeweils zu revidieren. Hierin erst ja zeigt sich Mündigkeit. Es handelt sich bei meinen Kommentaren – wie es ein Kollege treffend ausdrückte – um graue Literatur. Ich werde immer mal wieder darauf angesprochen, dass man vom einen oder anderen Kommentar gerne eine pdf-Version zum leichten Ausdrucken hätte. Ich möchte ja aber eben gar nicht, dass meine Kommentare ausgedruckt werden, da sie wesentlich der Selbstverständigung dienen und einen bloss ersten Schritt darstellen. Und es geht immer nur Schritt um Schritt, doch jeder einzelne Schritt ist wesentlich.

Gedichte

Die Gedichte (graue Rubrik) mit: Es blendete der Mondenschein (neu ab: 4. November 2017) sind kritische Theorie in Gedichtform. Die vorgelegten Gedichte spalten das Publikum. Die einen können nichts mit ihnen anfangen, die anderen saugen sie in sich hinein. Erstere stören sich derart an den einfach gemachten Reimen oder überhaupt an den Reimen, dass sie es überhaupt nicht schaffen – und zwar nicht mal ansatzweise – zu den Inhalten vorzustossen. Es hat mit dem Malaise der heutigen Lyrik zu tun, von ihr Aufklärung und Vernunft gar nicht mehr zu erwarten. Es dürfen als Gedichte nur noch solche gelten, die originelle Bilder evozieren, wie die – hier frei erfundenen – "munter im Kopf tanzenden Schneeflocken ...", auf dass der Geist auch wirklich gefriere. Letztere möchten aus Gedichten lernen, und aus dem Mondenschein lässt sich lernen: Warum wird der Mondenschein, von der Romantik derart stilisiert, in heutiger Zeit als Störung empfunden? Warum hetzen die Menschen im Glauben, etwas zu verpassen, am Leben vorbei? Warum bemerken sie nicht, wie sie das Ganze dadurch, dass sie es nicht mehr zu denken versuchen und insofern den Geist aufgeben, in die nächste Katastrophe gleiten lassen? Warum reproduzieren die Menschen fast wie von selber die – von den Nazis schon verhängte – Schicksallosigkeit?

Aphorismen zum Begriff

Bei den Aphorismen zum Begriff (grüne Rubrik) handelt es sich nicht immer um Aphorismen im eigentlichen Sinn, aber darauf kommt es mir nicht an. Wichtig an dieser Rubrik ist der Versuch, ein im Bewusstsein plötzlich Aufblitzendes in einen Satz oder eine kurze Formulierung zu kleiden. Gedankensplitter werden zusammengebracht oder idealerweise noch: bringen von selbst sich zusammen. Die Aphorismen sind ein Experimentelles, ein von ihrer Qualität her wenig Steuerbares. Ich kann selber erst immer sehr viel später beurteilen, ob ein Aphorismus trägt oder nicht trägt. Wer Schlechtes nicht zu schreiben vermag, wird nie wirklich Gutes zustande bringen. Erfahrungen sollen in die Aphorismen als begrifflich nicht bereits domestizierte einfliessen; es soll mithin das Unmögliche möglich gemacht werden. Oder ganz anders gesagt: Bildung bedarf der naiven Erfahrung, mithin der Unbildung. Es ist verrückt, wie wenig Raum der Spontaneität gerade im wissenschaftlichen Raum noch gewährt wird, wie sehr man sich fürchtet vor so genannten Fehlern. Wie oft wohl verzichten Menschen überhaupt darauf, selber zu denken, weil sie sich vor den heute zum Standard gehörigen Fehlermeldungen, ungenügenden Noten, schlechtem Ranking usw. fürchten. So aber stirbt das Denken überhaupt ab, dabei hinge doch alles auch an ihm.

Ich wünsche allen viel Vergnügen beim Lesen und viele neue Einsichten!